Mühlendamm Schleuse Berlin

Mühlendammschleuse Berlin – eine Schleuse, die schon viel erlebt hat

Vielleicht hast Du schon einmal eine Schifffahrt mit uns gemacht und hast den Vorgang an der Mühlendammschleuse live miterlebt. Denn bei vielen unserer Linien- und Charterfahrten können wir nicht weiterfahren, ohne diese Schleuse zu passieren. Während unserer beliebten Raddampferfahrt fahren wir sogar mehrmals am Tag durch die Mühlendammschleuse.

Vor allem unsere kleinen Fahrgäste finden die Schleusung meistens sehr spannend und stellen viele Fragen, unter anderem warum es überhaupt eine Schleuse gibt, was genau in so einer Schleuse alles vorgeht und wie die Mühlendammschleuse zu ihrem Namen gekommen ist. Die Beantwortung stellt dann selbst für manchen Erwachsenen eine große Herausforderung dar.

Damit Dir das nicht passiert und Du mit Deinem Wissen vor Deinen Kindern, Enkeln oder Deinen Begleitern bei der nächsten Schifffahrt mit uns glänzt, erfährst Du in diesem Artikel mehr über eine von insgesamt acht Schleusen in Berlin.

Gespanntes Warten vor der Schleuse

Grundriss der Städte Berlin und Cölln von 1652

Der Mühlendamm – ja, hier standen wirklich einmal Mühlen

Der Molendam alias Mühlendamm wurde zwischen 1220 und 1230 angelegt und war der einzig befestigte Spreeübergang zwischen den Schwesternstädten Berlin und Cölln. Außerdem war er ein Staudamm für die seit 1220 betriebenen Wassermühlen.

Später gesellten sich noch Korn-, Walk-, Loh- und Schneidemühlen, in denen Bauholz zugeschnitten wurde dazu. Die Mühlen waren wichtig als Energie- und Einnahmequelle und ließen die beiden Handelsstädte wachsen und wachsen.

 

Durch die Anlage des Mühlendamms entstand ein Wasserstau von 1,70 Meter, der sich bis nach Köpenick auswirkte.

Der künstliche Eingriff in die Natur war zwar gewollt, hob aber den Flusspegel auf 32,20 Meter Normal Null an. Der Flusslauf der Spree war nun für Schiffe und Flöße nicht mehr passierbar.

Deshalb wurde der ehemaligen Cöllnischen Stadtgraben (der heutige Spreekanal/Kupfergraben) ausgebaut und mit einer Schleuse versehen, die den Flusspegel ausgleichen sollte.

Mühlendamm im Jahr 1902

Mühlendamm im Jahr 1900

Wieso wurde die Mühlendammschleuse errichtet?

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der gesamte Schiffsverkehr in der Berliner Stadtmitte über die Stadtschleuse im Spreekanal/Kupfergraben abgewickelt. Im Zuge der Industrialisierung wurde die Schleuse mehrfach ausgebaut. Ihre Größe reichte jedoch nicht aus, um das immer stärkere Schiffsaufkommen zu bewältigen.

Deshalb wurde am Mühlendamm zwischen 1890 und 1893 eine 110 Meter lange Einkammerschleuse (Mühlendammschleuse) gebaut, die die alte Stadtschleuse am Spreekanal ersetzen sollte.

Zu diesem Zeitpunkt wurde auch der Mühlenbetrieb am Mühlendamm eingestellt, denn inzwischen standen zur Energiegewinnung Dampfmaschinen zur Verfügung.

 

Von der Einkammer zur Doppelschleuse

Weil auch die Einkammerschleuse dem stetig wachsenden Verkehrsaufkommen nicht mehr gerecht werden konnte, wurde zwischen 1936-1942 die Mühlendammschleuse 100 Meter oberhalb der ersten Anlage neu aufgebaut und im Jahre 1945 als Doppelkammerschleuse in Betrieb genommen.

Heute zählt die Mühlendammschleuse zu einer der verkehrsreichsten Schleusen Deutschlands. Laut einer Zählung im Juli 2015 bewältigte sie allein im Sommermonat Juli 5.800 Wasserfahrzeuge.

 

Mühlendammschleuse - Foto von 1956

Festmachen am Poller in der Mühlendammschleuse

Wer nutzt heute die Mühlendammschleuse?

In der Mehrzahl wird die Mühlendammschleuse von Fahrgastschiffen mit Berlinbesuchern und Sportbooten genutzt. Daneben passieren auch Frachtschiffe und andere Wasserfahrzeuge die Schleuse. Doch ganz egal, wer hier vorbeikommt, alle Passagiere müssen 30 Minuten warten. Denn so lange dauert eine Schleusung. Das liegt vor allem daran, dass 2500 Kubikmeter Spreewasser die 136 Meter langen und ca. 12 Meter breiten Kammern durchlaufen müssen, ehe es weitergeht.

Übrigens werden nur Wasserfahrzeuge mit Maschinenbetrieb geschleust. Das heißt, dass Du mit Deinem Ruderboot gar nicht erst vorbeizuschauen brauchst, denn muskelbetriebene Boote werden nicht durchgelassen.

Wenn Du jetzt Lust bekommen hast, einmal oder ein weiteres Mal bei einer Schleusung dabei zu sein, dann fahre während der Saison von April bis Oktober doch einfach mit uns mit.
Wir freuen uns Dich.

Für Fragen zu unseren Linien- und Charterfahrten (auch durch die Mühlendammschleuse) stehen wir Dir gern unter der Telefonnummer 030-43 66 68 36 zur Verfügung.

Einfahrt in die Mühlendammschleuse

Bildnachweise:
1. Titelbild Mühlendammschleuse – Daniela Pieper
2. “Gespanntes Warten vor der Schleuse” – Daniela Pieper
3. Grundriss der Städte Berlin und Cölln von 1652 – https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Memhardt_Grundri%C3%9F_der_Beyden_Churf._Residentz_St%C3%A4tte_Berlin_und_C%C3%B6lln_1652_(1888).jpg
4. Mühlendamm im Jahr 1902 – https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:M%C3%BChlendamm_Titzenthaler_1902.jpg​
5. Mühlendamm im Jahr 1900 – https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Berlin_Muehlendamm_1900.jpg
6. Mühlendammschleuse 1956 – https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BChlendamm_(Berlin)#/media/Datei:Bundesarchiv_Bild_183-40675-0001,_Berlin,_M%C3%BChlendammschleuse,_Schleusenw%C3%A4rterhaus.jpg
7.”Festmachen am Poller in der Mühlendammschleuse” – Daniela Pieper
8. “Einfahrt in die Mühlendammschleuse – Daniela Pieper

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