Müggelsee – Berlins Grösster See

Foto: Wikipedia, Müggelsee bei Sonnenuntergang

Müggelsee | Ein Sehnsuchtsort mit Urlaubsfeeling

Für viele Berliner zählt der Müggelsee zu den Lieblingsausflugszielen und das nicht nur in den Sommermonaten zum Baden, Boot fahren oder angeln. Wer Abstand von Alltag sucht, oder einfach nur einen schönen Tag in der Natur verbringen möchte, der wird sich am Müggelsee sofort wie im Urlaub fühlen.

Der größte Berliner See unterteilt sich in den Kleinen und den Großen Müggelsee und ist teilweise bis zu acht Meter tief. Zum Schutz des Großen Müggelsees gelten beschränkte Befahrensregelung für Motor-Sportboote, die nur in der eng begrenzten Fahrrinne auf dem See fahren dürfen.

Der Müggelsee hat eine gute Wasserqualität. Kein Wunder also, dass sich hier 30 verschiedene Fischarten wohl fühlen. Hierzu gehören u.a. Aale, Hechte, Karpfen, Barsche, Plötzen, Schleien, Steinbeißer, Welse oder Zander. Doch der Müggelsee bietet nicht nur Fischen ein Zuhause. Er ist eines der wichtigsten Einzelgewässer für rastende Wasservögel. Außerdem dient er als Trinkwasserquelle, denn das Wasserwerk Friedrichshagen fördert Trinkwasser aus dem Uferfiltrat.

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Foto: Wikipedia, Friedrichshagen am Müggelsee aus der Luft

Foto: Wikipedia, Morast am Müggelsee

Vom urwüchsigen Niemandsland zum beliebten Naherholungsgebiet

Noch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Müggelsee umgeben von urwüchsiger Natur. Das klingt aus heutiger Sicht romantisch. Doch zur damaligen Zeit, als es noch nicht so komfortable Fortbewegungsmittel wie heute gab, war ein Besuch des Müggelsees wohl eher ein Abenteuer, als ein bequemer Ausflug ans Wasser.

Der berühmte deutsche Schriftsteller, Journalist und Kritiker Theodor Fontane schilderte seinen Besuch des Müggelsees damals wie folgt: „Auf Quadratmeilen hin nur Wasser und Wald. Nichts, was an die Hand der Kultur erinnerte. Nicht Weg, nicht Steg und keine andere Fahrstraße sichtbar, als das verwirrende Flußnetz, das sich durch die scheinbar endlosen Forstreviere zieht. Kein Hüttenrauch steigt auf, keine Herde weidet an den Ufern entlang, und nur eine Fischmöwe schwebt satt und langsam über dem Müggelsee.“ (Auszug aus Wikipedia)

Die von Fontane geschilderte Abgeschiedenheit änderte sich, als Carl Spindler, der Eigentümer der Köpenicker Wäscherei und Färberei Spindler, um 1880 beschloss den ersten Müggelturm (Spindlerturm) zu errichten.

Doch die Besucher waren nicht besonders angetan von diesem hölzernen, nur 10 Meter hohen Turm, weil er keinen rechten Fernblick bot. Deshalb beauftragte Spindler einen Architekten, der den Turm auf insgesamt 27 Meter Höhe erweitern sollte.

Am Ostersonntag, den 06.04.1890 wurde der neue Turm dann feierlich eröffnet. Er wurde von Ausflüglern sehr gut angenommen, weil er neben einem Restaurant auch eine Aussichtsplattform bot, von der aus die Besucher eine herrliche Aussicht über den Müggelsee und die umliegende Landschaft hatten.

Von da an entwickelten sich die Müggelberge und der Müggelsee nach und nach zu einem beliebten Naherholungsgebiet. Erst viel später –  in den 1930er Jahren – entstand mit dem Strandbad Müggelsee, auch ein „offizieller“ Platz zum Baden.

Foto: Wikipedia, der 27 Meter hohe Müggelturm um 1900 mit 50 Kilometer Weitblick.

Foto: Wikipedia, Strandbad Müggelsee 1989

Von der Riviera des Ostens zum Brachland

Nach dem Mauerbau lag der Müggelsee auf der Ostberliner Seite. Das tat der Beliebtheit des Sees keinen Abbruch. Im Gegenteil, denn er war vor allem an den Wochenenden ein Sehnsuchtsort für viele Ostberliner. Nicht umsonst trug das Strandbad Müggelsee damals den verheißungsvollen Namen „Riviera des Ostens“.

Doch davon konnte zuletzt nicht mehr die Rede sein, denn das Strandbad verwahrloste zunehmend, weil es keinen Betreiber mehr gab.

2020 entschied sich das Land Berlin zwar für die Sanierung, doch ehe alles wieder chic ist wird es wohl noch eine Weile dauern. Bis dahin kannst Du beispielsweise auf das Seebad Friedrichshagen ausweichen. Hier gibt es neben einem herrlichen Sandstrand mit Liegestuhlverleih und Beachvolleyballfeldern auch einen Sprungturm.
Wenn Du es jedoch ruhiger magst, dann findest Du rund um den Müggelsee immer wieder herrliche und ruhige Plätzchen zum ausruhen, baden und picknicken.

 

Wandern oder lieber Schiff fahren?

Den Müggelsee kann man übrigens auch umwandern. Zugegeben das ist schon sportlich, aber wenn das Wetter mitspielt ist solch eine Runde – je nach Gehgeschwindigkeit – in 4-5 Stunden zu schaffen. Für eine kleine oder große Stärkung während der Wanderung sorgen zahlreiche Restaurants und Cafés, die teilweise direkt am Müggelsee gelegen sind.

Falls Du es entspannter angehen und den sieben Quadratkilometer großen See lieber auf eine andere Art kennenlernen willst, dann haben wir genau das Richtige für Dich.

An insgesamt 5 Terminen in den Sommermonaten Juni, Juli und August kannst Du unsere schöne Ausflugssschifffahrt zum Müggelsee und Köpenick genießen. Die Tour startet an unserer Hauptanlegestelle Holsteiner Ufer 32 und dauert – je nach gebuchter Option – entweder 3 Stunden (einfache Fahrt von der Berliner Innenstadt bis nach Köpenick) oder 5 ½ Stunden (Start und Ende der Fahrt, Holsteiner Ufer nahe S-Bahnhof Bellevue).

Foto: Daniela Pieper, Müggelberge während der Schifffahrt zum Müggelsee und Köpenick

Foto: Wikipedia, Müggelturm heute

Die Müggelberge und der “stählerne” Müggelturm

Mit 115 Metern sind die Müggelberge Berlins höchste Erhebung. Auf den Müggelbergen steht noch immer ein Müggelturm. Doch kein hölzerner Kamerad wie einst seine Vorgänger, sondern einer in Stahlbetonskelettbauweise. Der 29,61 Meter hohe, neun geschössige Müggelturm wurde 1961 inklusive Restaurant und Sonnenterrasse neu konzipiert und war zu DDR-Zeiten ein Publikumsmagnet.

Nach der Wende fand sich lange Zeit kein Betreiber und so verfiel der Müggelturm zusehends. Erst im Jahre 2018 nahm sich ein Investor der Sache an und eröffnete den Turm und zwei Restaurants neu. Leider mussten die Restaurants aus finanziellen Gründen – verursacht durch die Corona-Pandemie – wieder schließen.

Aktuell gibt es am Müggelturm bis auf Weiteres nur einen Imbiss. (Stand 28.03.2022). Wann die Restaurants wieder eröffnet werden ist noch unklar, zumal es wie überall in der Gastronomie an Personal mangelt.

Wenigstens kann die Aussichtsplattform des Müggelturms besichtigt werden. Hierfür musst Du allerdings gut zu Fuß sein, denn um bis nach oben zu gelangen sind 126 Stufen zu überwinden. 2018/19 gab es Seitens des Investors Bestrebungen einen Außenfahrstuhl zu errichten, damit auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen in den Genuss der tollen Aussicht mit Blick über den See und die Berliner Skyline kommen. Da das Gebäude jedoch unter Denkmalschutz steht, ließ sich dieses Vorhaben nicht realisieren. Auch der Plan einen zweiten Turm neben den bestehenden Müggelturm zu bauen, wurde vorerst auf Eis gelegt.
Ein Ausflug zu den schönen grünen Müggelbergen lohnt sich trotzdem, egal ob zum Spazierengehen, Radeln oder Wandern.

 

Und wenn Du den Müggelsee und die Müggelberge vom Wasser aus erleben möchtest, dann sichere Dir jetzt einfach Tickets für unsere Schifffahrt zum Müggelsee und Köpenick.

Die herrliche Tour führt zunächst entlang der schönsten Sehenswürdigkeiten an der Spree, wie den Berliner Fernsehturm, Berlins ältestes Stadtviertel – das Nikolaiviertel, die Museumsinsel, das Berliner Stadtschloss, das Regierungsviertel mit dem Reichstag und vieles mehr.

Nachdem wir die Mühlendammschleuse passiert haben geht es weiter Richtung East-Side-Gallery (die ehemalige Berliner Mauer) und Du siehst Berlins schönste Brücke, die Oberbaumbrücke. Im Anschluss führt die Tour weiter in Richtung Treptow und zur wunderschönen Altstadt von Köpenick. Hier hast Du die Möglichkeit auszusteigen und Deine Fahrt zu beenden, oder mit uns weiter zum schönen Müggelsee zu fahren. Vom Müggelsee führt die Schifffahrt wieder zurück in Richtung Berliner Innenstadt.

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Text: Daniela Pieper