Der GRosse Wannsee  –  NaturIdylle mitten in Berlin

Titelbild: Der Große Wannsee, Wikipedia

“Der große Wannsee | Pack die Badehose ein… 

Wer kennt ihn nicht, den Klassiker von Conny Froboess aus dem Jahr 1951?
Und dann „nüscht wie raus nach Wannsee“ ist immer eine gute Idee und nicht nur zum Baden, denn der Wannsee ist einer der beliebtesten Ausflugsziele der Berliner.
Doch auch Berlinbesucher zieht der Wannsee magisch an, vor allen wegen seiner Sehenswürdigkeiten, wie z.B. der berühmten Liebermann-Villa, dem geschichtsträchtigen Haus der Wannseekonferenz oder der wunderschönen Pfaueninsel. Letztere befindet sich allerdings nicht im Wannsee, sondern in der Havel. Denn genau genommen ist der Große Wannsee ein vom Fluss Havel abzweigender See.

Der Große Wannsee und seine wunderschöne Umgebung lässt sich am Besten per Schiff erkunden, zum Beispiel während unserer entspannten Tagestour nach Wannsee Potsdam.

Der Große und der kleine Wannsee

Wie zwei Brüder, ein großer Dicker und ein langer Dünner liegen die beiden, der Große und der Kleine Wannsee nicht nur nebeneinander sondern fließen ineinander über. Genauer gesagt fließt das Wasser überwiegend vom Teltowkanal über den Kleinen Wannsee in den Großen Wannsee. Das Ganze funktioniert aber auch umgekehrt.

Ursprünglich hatte der Kleine Wannsee einen weniger ansprechenden Namen. Gemeinsam mit dem Pohlsee hieß er nämlich „Stolpsches Loch“ oder auch Stolper Loch. Nach seiner Umbenennung zum Kleinen Wannsee, wurde der „ursprüngliche“ Wannsee zum Großen Wannsee.

Foto: Der Kleine Wannsee im Herbst, Wikipedia

Foto: Am Ufer vom Großen Wannsee, Wikipedia

Wie der Große Wannsee zu seinem Namen kam 

Viel spannender als die Umbenennung ist allerdings die Bedeutung des Namens Wannsee. Denn der ist slawischen Ursprungs und abgeleitet von Wansa bzw. Wanse, was soviel bedeutet wie Natternsee. Und das kommt nicht von ungefähr, denn Berlin war einst ein „Sumpf mit Nattern und Nebel“. Und so kam auch Berlin zu seinem Namen, denn die slawische Vorsilbe „berl“ bedeutet soviel wie Sumpf. Berlin bedeutet also Sumpfstadt.

Spätestens Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts nahmen die Nattern am Wannsee vermutlich Reißaus vor den Zweibeinern, denn derzeit wurde der See immer beliebter als (Wochenend)ausflugsziel. Zudem lockte nicht nur die 1874 ins Leben gerufene „Wannseebahn“ (heute S-Bahn-Linie 1), sondern auch das 1907 eröffnete Strandbad Wannsee tausende Ausflügler aller gesellschaftlichen Schichten an den See. Ganz zur Verärgerung des Berliner Großbürgertums, die sich gerade um dem Lärm der Stadt zu entkommen, am Wannsee kostspielige Villen gebaut hatten.

Die Villa Liebermann – Inspirationsquelle für einen Künstler

Einer von Ihnen war der bekannt Künstler Max Liebermann, der seit 1907 seine Villa am Wannsee als Sommersitz und Inspirationsquelle für seine Gemälde nutzte. Liebermann und 27 weitere Villenbesitzer legten am 28. Januar 1912 Beschwerde ein bei der königlichen Regierung in Potsdam gegen das „ruhestörende Geräusch“ das vom Strandbad Wannsee und den Ausflugsgasthäusern auf der gegenüberliegenden Wannseeseite ausging. Denn „eine geistige Konzentration oder ein Ausruhen (sei) unmöglich.“ Seiner Schaffenskraft tat dies aber keinen Abbruch, denn immerhin sind in der Villa mit seinem fast 7000 m² großen Garten mehr als 200 Gemälde entstanden.

Seit 2006 ist die Villa ein Museum, die neben einer Dokumentation des Lebens von Liebermann auch seine in Wannsee entstandenen Werke zeigt. Daneben bietet ein Café und ein Vortragsraum die Gelegenheit zum Austausch.

Foto: Villa Liebermann am Großen Wannsee, Wikipedia

Foto: Gemälde von Max Liebermann, Impressionistische Darstellung seines Gartens am Wannsee, Wikipedia,

Haus der Wannseekonferenz – hier wurden folgenschwere Entscheidungen getroffen

Traurige Berühmtheit erlangte der Wannsee durch eine geheime Besprechung hochrangiger Vertreter der nationalsozialistischen Reichsbehörde und Parteidienststellen in der Villa Marlier am Westufer. Denn hier wurden am 20. Januar 1942 Einzelheiten der schon beschlossenen „Endlösung der Judenfrage“ besprochen.

Bereits im Juli 1941 hatten die Nationalsozialisten sich zum Ziel gesetzt, alle Juden in Europa und über die Grenzen von Europa hinaus zu ermorden. Seit den Nürnberger Prozessen wird die Endlösung gleichgesetzt mit dem Holocaust (Judenvernichtung).

Seit 1982 ist die Villa Gedenkstätte und seit 1992 außerdem Bildungseinrichtung.

Foto: Haus der Wannseekonferenz, Wikipedia

Foto: Strandbad Wannsee – Kurz vor dem Start zum 1. BerlinMan Triathlon 1992, Wikipedia

Der Wannsee während der Deutschen Teilung

Seit dem Tag des Mauerbaus, am 13. August 1961 bis zum Mauerfall am 3. Oktober 1989 gehörte das Gebiet rund um den Wannsee zum amerikanischen Sektor und wurde zum wichtigsten Naherholungsgebiet für die “eingeschlossenen” Westberliner.

Die Ostberliner konnten nur zum Wannsee gelangen, wenn sie über ein entsprechendes Visum verfügten, dass ihnen die Einreise nach Westberlin ermöglichte. Zum Glück gab es den schönen Müggelsee, der von den Ostberlinern genauso gern und viel genutzt wurde, wie der Wannsee von den Westberlinern.

Erst nach der Wendezeit entdeckten die Ostberliner den Wannsee auch für sich. Und da gab und gibt es viel zu entdecken, denn neben dem Wannsee und seinen Sehenswürdigkeiten selbst, hat das Gebiet eine Reihe von wunderschönen Inseln, die einen Ausflug wert sind.

Wie aus Sand- Schwanwerder wurde

Im Großen Wannsee liegt nur eine Insel – Schwanwerder. Und die hieß, weil sie einst sandig und kaum bewachsen war „Sandwerder“. Noch heute erinnert eine am Ostufer des Wannsees liegende Straße mit dem Namen „Am Sandwerder“ an den ehemaligen Inselnamen. Erst 1901 wurde die Insel auf Wunsch des Lampenfabrikanten Wilhelm Wessel in Schwanwerder umbenannt. Der hatte 1882 die Insel für 9000 Mark (heute etwa 70 000 Euro) gekauft.

Zwar war die Familie Wessel die Erste, die auf der Insel eine Villa errichtete. Doch bereits in den Jahren vor dem ersten Weltkrieg standen auf Schwanwerder zahlreiche prachtvolle Landsitze von Wohlhabenden wie z.B. dem Kaufhausunternehmer Rudolph Karstadt, dem Bankier und Besitzer der Schultheiss-Patzenhof Brauerei Georg Solmssen oder dem Inhaber der Schokoladenfabrik Trumpf Richard Monheim.

Foto: Bootshaus auf Schwanwerder, Wikipedia

Foto: Schwanwerder – Luftperspektive, Wikipedia

Schwanwerder – Zwangsenteignung während der Zeit des Nationalsozialismus

Während der Zeit des Nationalsozialismus mussten einige jüdische Besitzer ihre Anwesen verkaufen oder sie wurden zwangsversteigert. So erging es auch dem Bankier Samuel Goldschmidt, dessen Grundstück der Propagandaminister Joseph Goebbels unter Wert kaufte. Eines der Grundstücke, dass die Reichskanzlei erwarb soll sogar für Adolf Hitler persönlich reserviert worden sein.

Ende der 1940er Jahre wurden die Grundbesitze den rechtmäßigen Besitzern oder Erben zurückgegeben. Viele von ihnen verkauften ihre Anwesen jedoch, so dass 40 Prozent der Insel an das Land Berlin fiel.

Heute ist die Insel für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, weil sie überwiegend mit Villen und Einfamilienhäuser bebaut ist.

Foto: Reichsminister Dr. Goebbels empfängt seine Mitarbeiter auf Schwanwerder am 1.7.1937, Wikipedia

Foto: Pfaueninsel, Wikipedia

Pfaueninsel – erst Kaninchen, dann Pfaue

Öffentlich zugänglich ist die südwestlich von Schwanwerder gelegene Pfaueninsel. Die hieß einst Kaninchenwerder, weil hier im 17. Jahrhundert Kaninchen gezüchtet wurden.

Pfauen gab es erst viel später. Genauer gesagt unter Wilhelm II., dem Neffen und Nachfolger Friedrich des Großen. Er war es auch, der den Bau des kleinen weißen (Lust)Schlosses und der Meierei Ende des 18. Jahrhunderts veranlasste.

Und kein geringerer als der bekannte preußische Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné realisierte zwischen den Jahren 1821 und 1834 die Landschaftsgestaltung der Insel, die neben der Architektur noch heute viele Besucher begeistert.

 

Und wenn Du Lust hast die Pfaueninsel, den Großen und Kleinen Wannsee, Schwanwerder und zahlreiche weitere wunderschöne Seen und Potsdam, die Landeshauptstadt Brandenburgs vom Wasser aus zu erleben, dann sichere Dir jetzt Tickets für unsere Schifffahrt nach Wannsee Potsdam.

Text, Bildrecherche, Gestaltung: Daniela Pieper

Der Berliner Dom aus der Wasserperspektive

5. Oberbaumbrücke

Für viele Berliner und auch Berlinbesucher ist die Oberbaumbrücke die schönste Brücke der Hauptstadt. Die Brückenfahrt Berlin führt direkt unter der Brücke hindurch. So lernst Du das imposante Bauwerk gleich aus verschiedenen Perspektiven kennen und hast genug Zeit, um schöne Bilder zu machen.
Das war zwischen 1961 und 1989 nicht möglich, denn die Oberbaumbrücke war ein streng gesicherter Grenzübergang. Nur in Ausfällen durfte die Brücke passiert werden, z.B. für politische Gefangene, die vom „Westen“ freigekauft wurden. Alle anderen brauchten ein Visum um vom damaligen Ost- in den Westteil zu gelangen.
Die Grenze war übrigens nicht die Oberbaumbrücke selbst, sondern verlief am Kreuzberger Ufer der Spree. Nach der Wiedervereinigung wurde die Brücke wieder instandgesetzt und wird seit 1995 wieder für den U-Bahn und Straßenverkehr genutzt. Wenn Du noch nicht zu Fuß oder mit der U-Bahn die Oberbaumbrücke überquert hast, dann solltest Du das unbedingt nachholen. Von dort oben hast Du noch einmal eine ganz anderen Blick auf die City.

Tipp: Ganz in der Nähe der Oberbaumbrücke befindet sich die East-Side-Gallery, das längste erhaltene Teilstück der Berliner Mauer. Ein Besuch beider Berlin-Highlights lohnt sich.

Oberbaumbrücke | 10243 Berlin

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